Kosten beim Zahnarzt

GOZ - So werden die Gebühren für die Zahnbehandlung berechnet

Zahnärzte gibt es schon lange, wobei die Barbiere, die einst die Zahnbehandlungen übernahmen, früher natürlich sich auch in Naturalien bezahlen ließen. Doch die Zeiten sind längst vorbei. Im Jahr 1965 wurde die Preußische Gebührenordnung für approbierte Ärzte und Zahnärzte aus dem Jahr 1924 durch die Bundesgebührenordnung für Zahnärzte (BUGO-Z) abgelöst. Die Kosten darin waren in Faktoren aufgeteilt. Für die Anfertigung von einem Stiftzahn mit Wurzelring wurde zum Beispiel der Faktor 8 zum Ansatz gebracht, der sich in einem Rahmen von 25 bis 200 Mark erstreckte. Und für die Entfernung von einem einwurzeligen Zahn oder einer Wurzel wurden 1,50 bis 15 Mark fällig. Zur damaligen Zeit bereits war das sehr viel Geld. Die Gebührenspanne ging vom einfachen bis zum sechsfachen Satz. 1987 wurde die neue Gebührenordnung als Ersatz der BUGO-Z erlassen, wobei die Gebührenvolumens kostenneutral auf die neue GOZ umgestellt wurden. Über lange Zeit hinweg erfolgte im Rahmen der GOZ keine Änderung des Gebührenvolumens und auch keine Punktwert- Anpassung, wobei die Beträge im Zuge der Umstellung auf den Euro auf zwei Cent-Stellen umgerechnet wurden.

Zahnarztrechnung verstehen
61 % unserer Leser verstehen ihre Zahnarztrechnung nicht.


Das führte zu einer generellen Abrundung der Gebühren. Die Zahnärzte protestierten dagegen natürlich. Doch ihre Proteste blieben jahrelang ungehört. Erst 2005 kam es zu einer Neufassung der GOZ. Auch wurden darin neue Behandlungsmethoden aufgenommen, die bisher noch nicht in der GOZ beschrieben worden waren. Das heißt sowohl im Bezug auf die Höhe der Gebühren wie auch im Bezug auf den neuesten wissenschaftlichen Stand wurde die GOZ angepasst. Doch damit sind die Zahnärzte natürlich heute auch nicht mehr zufrieden, da sich inzwischen wieder viel geändert hatte. Sie legten unter anderem Arbeitszeitstudien vor, was letztlich dazu führte, dass zum 1. Januar 2012 eine abermalige GOZ-Reform durchgeführt und in Kraft trat. Danach werden die Gebühren für Zahnbehandlungen und Zahnersatz (Kosten) abgerechnet.





Steigerungsfaktor

Für die Bestimmung der Höhe der Gebühr, die der Zahnarzt bei der Abrechnung seiner Leistung bei einer Zahnbehandlung bzw. bei Zahnersatz zum Ansatz bringt, wird der Gebührensatz mit einem Steigerungsfaktor multipliziert. Beim Gebührensatz handelt es sich dabei um den Betrag, der sich ergibt, wenn die Punktezahl der Leistungen des Gebührenverzeichnisses mit dem Punktwert vervielfacht wird. Der Steigerungsfaktor wird festgelegt nach der Schwierigkeit bzw. durch die Dauer einer Behandlung. Das heißt für eine besonders schwere bzw. zeitintensive Behandlung kann der Zahnarzt auch einen entsprechend hohen Steigerungsfaktor zum Ansatz bringen. Der Steigerungsfaktor erstreckt sich vom einfachen Satz bis zum 3,5fachen Satz. Üblich ist für eine mittelschwere Leistung, die nicht sonderlich zeitintensiv ist der Steigerungsfaktor von 2,3. Dabei gilt allerdings, dass die Schwierigkeit von einer einzelnen Leistung immer auch begründet sein muss. Dabei sind Bemessungskriterien, welche bereits in der Leistungsbeschreibung berücksichtigt worden sind, keinen Einfluss. Grundsätzlich darf der Zahnarzt den 3,5fachen Steigerungsfaktor nur dann zum Ansatz bringen, wenn tatsächlich Besonderheiten vorliegen und die Bemessungskriterien berechtigt sind.

Kostenvoranschlag von Zahnarzt verstehen
34 % der Leser verstehen den Kostenvoranschlag ihres Zahnarztes.


Separate Vereinbarungen

Abrechnen kann der Zahnarzt natürlich seine Leistungen auch nach einem erhöhten Faktor, wenn er zuvor mit seinem Patienten eine Vereinbarung getroffen hat über die Gebührenhöhe, die von der GOZ abweicht. Dabei ist aber festzuhalten, dass die Abrechnung nach einem abweichenden Punktwert nicht zulässig ist. Dabei dürfen Notfall- und akute Schmerzbehandlungen auch nicht von einer Vereinbarung abhängig gemacht werden. Grundsätzlich gilt dabei, dass eine Vereinbarung nach persönlicher Absprache im Einzelfall zwischen dem Zahnarzt und dem Patienten vor der Erbringung der Leistung des Zahnarztes schriftlich zu vereinbaren ist.

Gebührennummern

Jeder Verbraucher kann natürlich seine Abrechnung vom Zahnarzt überprüfen, auch wenn die Gebühren mit Nummern gekennzeichnet sind. Das Gebührenverzeichnis für zahnärztliche Leistungen gliedert sich dabei wie folgt:

A. Allgemeine zahnärztliche Leistungen
B. Prophylaktische Leistungen
C. Konservierende Leistungen
D. Chirurgische Leistungen
E. Leistungen bei Erkrankungen der Mundschleimhaut und des Parodontiums
F. Prothetische Leistungen
G. Kieferorthopädische Leistungen
H. Eingliederung von Aufbißbehelfen und Schienen
J. Funktionsanalytische und funktionstherapeutische Leistungen
K. Implantologische Leistungen
L. Zuschläge zu bestimmten zahnärztlich-chirurgischen Leistungen

Jeder Gebührennummer innerhalb von dieser Zuordnung ist ein bestimmter Preis zugeordnet, den die Zahnärzte den Patienten in Rechnung stellen dürfen.

In der GOZ enthalten ist auch die Berechnungsgrundlage für alternative GOZ-Steigerungssätze. Das heißt womit jede Leistung mit Punkten bewertet wird. Jeder der Punkte entspricht nach der aktuellen GOZ von 2012 0,0562421 Euro. Und den Eurobetrag berechnet man durch die Multiplikation von Punktwert x 0,0562421 x Steigerungsfaktor.

Zahnarztkosten zu teuer
Mehr als 90 % empfinden die Zahnarztkosten als zu teuer.


Zahnärzte berechnen dabei über das Gebührenverzeichnis der GOZ neben den allgemeinen zahnärztlichen, prophylaktischen und konservierenden auch chirurgische Leistungen sowie Leistungen bei Erkrankungen der Mundschleimhaut und auch Parodontium, wie auch prothetische, kieferorthopädische und implantologische Leistungen. Die entsprechende Abrechnungsgrundlage für die Vergütung der Zahnärzte bildet in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) der Einheitliche Bewertungsmaßstab ärztlicher Leistungen (EBM), ebenso wie der Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen (BEMA). Leistungen, die nicht im Leistungskatalog der GKV verankert sind, werden über die Privatleistung der Zahnärzte abgerechnet.

Weiterführende Infos :

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Übersicht häufigste Zahnprobleme - Fragen und Antworten

Sie finden hier eine Übersicht der häufigsten Probleme in der Zahnmedizin. Wählen Sie unten ein Thema und erhalten alle Antworten über diese Thematik:

   
   
   
   
   





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500 bis 2.000 Euro betragen die Zahnprothesen Kosten

500 bis 1.200 Euro betragen die Zahnkrone Kosten

900 bis 4.100 Euro betragen die Zahnimplantate Kosten

300 bis 2.500 Euro betragen die Zahnbrücken Kosten

UNSERE STATISTIKEN BESAGEN :

62 % überlegen Zahnersatz aus Ausland zu beziehen.

63 % finden die Zahnersatz Härtefallregelung gerecht.

10 % haben für Zahnersatz Kredit aufnehmen müssen.

62 % wurden die Wurzelbehandlung Kosten bezahlt

81 % ist ein Stück Zahn abgebrochen

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